EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Balve von der Straßenseite aus gesehen © Copyright 2000 - 2021 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten

Bau und Streckeneröffnung

Die Bauarbeiten an der Hönnetalbahn begannen am 28. August 1909. Die 22 Kilometer lange Nebenbahn führte von Menden (Sauerl) nach Neuenrade. Die Strecke besaß über 30 große Bauwerke, darunter zwei Viadukte und zwei Tunnel. Während der Bauarbeiten war in Balve die königliche Eisenbahn- Bauabteilung untergebracht. Am 30. März 1912 erfolgte die feierliche Eröffnung und einen Tag später nahm die Preußische Staatseisenbahn-verwaltung (P.St.E.V.) den Zugbetrieb auf.

Das Empfangsgebäude Balve

Das im Heimatstil errichtete dreistöckige Stationsgebäude mit Mansardenwalmdach besaß einen markanten, achteckigen Treppenturm, der zum Dachgeschoss führte. Die Grundmauern waren aus Bruchstein, das Erdgeschoss verputzt und das Obergeschoss aus Fachwerk errichtet worden. An beiden Seiten wurde das Gebäude durch einstöckige Anbauten mit Walmdach flankiert. Im Südwesten gab es einen offenen Verbindungsbau zum Güterschuppen mit Seitenrampen. Die Fenster und Türen im Erdgeschoss wurden durch Werkstein dekorativ eingefasst. Ein Aborthäuschen wurde in einem separaten Gebäude untergebracht. Der Bahnhof verfügte über drei Gleise mit zwei angeschütteten Bahnsteigen und einem Gütergleis zum Fachwerkgüterschuppen. Der Bahnhof hatte einen Wasserturm, dessen Wasserspeicher durch eine Holzkonstruktion mit Satteldach verkleidet war und auf einem Zementsockel ruhte. Für den Güterverkehr war der Bahnhof nur eingeschränkt nutzbar, da er keine Kopframpe (OK) besaß. Der Bahnhof gehörte 1938 zur Rangklasse IV.

Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen

Balve wurde sehr bald ein beliebter Ausflugsort für die Reisenden aus Dortmund. Bis 1920 verkehrten spezielle Kirchzüge an sonntäglichen Feiertagen zwischen Balve und Sanssouci. 1950 verzeichnete der Bahnhof die meisten Fahrkartenverkäufe aller Bahnhöfe der Hönnetalbahn. 1965 wurde die Stückgutabfertigung geschlossen. Ende der 1960er-Jahre riss die Deutsche Bundesbahn (DB) den Wasserturm ab. 1975 erfolgte die Schließung der Gepäck- und Expressgutabfertigung. Ab 1976 war der Bahnhof unbesetzt. 1978 verkaufte die DB das Stationsgebäude und nahm das Stellwerk aus dem Betrieb. 1998 wurden die Gleisanlagen bis auf das Notwendigste zurückgebaut. 2001 erhielt der Bahnhof einen DB-Pluspunkt mit Wartehäuschen. Im Juli 2019 begannen die Sanierungsarbeiten an den Bahnsteigen, die im August 2019 beendet wurden. Während dieser Zeit ruhte der Schienenverkehr.

Was hat sich verändert, was ist geblieben

Das Empfangsgebäude ist in seinem ursprünglichen Zustand weitgehend erhalten geblieben.
Bilder Balve
Bahnhof um 1914
Luftaufnahme
Bahnhof um 1914 Bahnstation Balve Fröndenberg - Neuenrade Fröndenberg Neuenrade Planung und Konzession